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Das Recht auf Spielen

31.05.2015 Kommentare (0)

Das Deutsche Kinderhilfswerk forderte anlässlich des Weltspieltages am 28. Mai, deutschlandweit die Einrichtung von Spielstraßen zu erleichtern. Dazu sollten Bundesregierung und Bundestag eine entsprechende Initiative zur Änderung der Straßenverkehrsordnung ergreifen. Die bisherige Rechtslage erschwert vielen Kommunen die Einrichtung von Spielstraßen. So dürfen Geh- und Fahrwege baulich nicht voneinander abgetrennt sein. Außerdem muss klar sein, dass in diesem Bereich die Aufenthaltsfunktion überwiegt. Durch diese Vorgaben fehlen vielen Kommunen die finanziellen Mittel, um Straßen in Spielstraßen umzuwandeln.

Zum Weltspieltag hat das Deutsche Kinderhilfswerk eine bundesweite Umfrage unter Kindern und Jugendlichen durchgeführt, deren Ergebnisse am 28. Mai in Berlin vorgestellt werden. Gefragt wurde beispielsweise nach den Möglichkeiten, draußen und auf Spielstraßen zu spielen und nach dem Wunsch der Kinder und Jugendlichen nach einem autofreien Sonntag, an dem überall auf der Straße gespielt werden könnte.

„Spielstraßen oder verkehrsberuhigten Zonen verdrängen zwar nicht den Autoverkehr aus den Innenstädten, schaffen aber mehr Spielraum für Kinder und damit mehr Lebensqualität im Wohnumfeld. Weil Spielstraßen vielerorts bessere Tempo-30-Zonen, aber keine wirklichen Spielstraßen sind, gibt es wenig Kinder oder Eltern, die sich trauen, diesen Raum zu nutzen. Viele haben immer noch nicht richtig begriffen, dass sich auf einer Spielstraße alle Teilnehmer auf gleicher Augenhöhe begegnen. Auch Autofahrer müssen sich an die Bedürfnisse der Kinder anpassen. Schrittgeschwindigkeit sollte genauso selbstverständlich sein wie geduldig zu warten, bis Kinder ihre Jacken zur Seite geräumt haben, die sie als Torpfosten temporär auf der Spielstraße platziert haben. Spielstraßen müssen endlich zu Spielstraßen werden!“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhil fswerkes.

Der Weltspieltag steht in Deutschland und bei Partnern in Österreich und der Schweiz in diesem Jahr unter dem Motto „Unsere Straße ist zum Spielen da!“. Mit dem Weltspieltag will das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit seinen rund 200 Partnern im „Bündnis Recht auf Spiel“ darauf aufmerksam machen, dass spielende Kinder aus dem Stadtbild immer mehr verbannt werden. Rund um den Weltspieltag fanden mehr als 300 Aktionen statt, die vor Ort von öffentlichen Einrichtungen, Vereinen und Nachbarschaftsinitiativen durchgeführt werden. Die Schirmherrschaft über den Weltspieltag 2015 hat die Kinderkommission des Deutschen Bundestages übernommen.
„Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, sie sind jetzt schon da. Sie haben heute Rechte und Bedürfnisse. Und dazu gehört das Recht auf Spiel. Um daran zu erinnern, ist der Weltspieltag eine wunderbare Möglichkeit“, sagt Susann Rüthrich, Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages.

„Kinder brauchen Zeit zum Spielen und vielfältige Möglichkeiten, die Welt um sie herum kennen zu lernen. Dazu gehört auch das Spielen auf der Straße und dem Gehweg. Das muss für Kinder gefahrlos möglich sein, und wir Erwachsenen müssen dafür sorgen, dass das geht“, unterstreicht Ralph Caspers, Botschafter des Weltspieltages.

Der Weltspieltag 2015 wird deutschlandweit zum achten Mal ausgerichtet. Zum Weltspieltag sind Schulen und Kindergärten, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen aufgerufen, in ihrer Stadt oder Gemeinde eine witzige, beispielgebende und öffentlichkeitswirksame Spielaktion durchzuführen. Die Partner sind vor Ort für die Durchführung ihrer Veranstaltung selbst verantwortlich. Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt umfangreiche Aktionsmaterialien zum Weltspieltag zur Verfügung. Eine Übersicht über verschiedene Aktionen zum Weltspieltag findet sich unter www.weltspieltag.de.
Kennen Sie eigentlich den neuen Spot zum Recht auf Spiel? Den sehen Sie hier: http://bit.ly/1h80wIk

Die Kinderrechtskommission der Vereinten Nationen hat die Bedeutung des Spiels für das Leben aller Kinder in einem eigenen Kommentar zum Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention gewürdigt, der das Recht auf Spiel völkerrechtlich festhält. Sie zeigt sich besorgt darüber, dass Mädchen und Jungen, die in Armut aufwachsen, mit Behinderungen leben oder zu Minderheiten gehören, Spielen häufig verwehrt bleibt. Konkrete Vorgaben für die Staaten reichen von mehr Aufklärungsarbeit über den Wert des Spiels bis hin zu Empfehlungen für die kindgerechte Stadtplanung und das schulische Umfeld. „Bei der Umsetzung dieser Vorgaben hinken die Regierungen armer wie reicher Länder jedoch hinterher", so Claudia Berker von terre des hommes.. „Ein Mangel an Spielmöglichkeiten ist jedoch kein Luxusproblem, sondern verhindert eine optimale körperliche, emotionale und geistige Entwicklung. Spiel und Sport muss daher auf allen Ebenen mehr Pr iorität eingeräumt werden."

„Sport und Spiel vermitteln wichtige Fähigkeiten, die sich vom Spielfeld auf das Leben übertragen lassen. Dies zeigt beispielsweise ein von terre des hommes gemeinsam mit dem Konzernbetriebsrat von Volkswagen unterstütztes Programm in Brasilien“, sagte Claudia Berker, terre des hommes-Themenexpertin für das Recht auf Spiel. „Dort wird in einem Armenviertel in São Paulo eine besondere Form des Straßenfußballs gespielt, bei der nicht der Stärkste oder Schnellste gewinnt, sondern Teamgeist, Fairness und ein konstruktives Aushandeln von Kompromissen bei Streitfragen Punkte bringen. So erlernen Kinder und Jugendliche ganz ohne erhobenen Zeigefinger wichtige soziale Kompetenzen, die sie in ihre Gesellschaft einbringen. Auch in Flüchtlingslagern in Myanmar und Jordanien setzen Partnerorganisationen von terre des hommes Malen und Theater als Teil der Therapie ein, um Traumata zu heilen und den Kindern ein Ventil zu geben, ihr e Erlebnisse zu verarbeiten“ so Claudia Berker.

Quellen: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerks vom 27.5.2015,  OTS: terre des hommes Deutschland e.V. vom 27.5.2015

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